Angefangen hatte alles ganz harmlos zu Anfang der Neunziger, irgendwo zwischen Mathe-Schwänzen und Haare-Färben an einer kleinen Schule in einem kleinen Dorf.
Es war die Zeit im Leben, in der Begriffe wie Zungenküsse, Gilden Kölsch oder Freitagabend sämtliche bis dato bekannten Richtlinien und Glaubenssätze ablösen und das ganze Sein eines Pubertierenden in Anspruch nehmen. Eine bevorzugte Gelegenheit, Erfahrungen dieser Art zu sammeln, waren die züglelosen Schülerband-Festivals, die regelmäßig in der Aula stattfanden. Wer sich damals traute auf die Bühne zu gehen, war für alle 16 jährigen Mädchen der Schule der Held. Und wenn man selbst erst 15 ist, ist das ein gewaltiger Anreiz!
So fanden sich aus eben diesem Grunde vier Jungs zusammen, um alles zu geben, was sie konnten: Nichts!
Trotzdem bestritten sie bald mutig ihre ersten Auftritte, immer im festen Glauben, dass viel Bühnenerfahrung irgendwann auch einen guten Musiker machen muss. Und mit dem großen Ziel, einmal bei Madonna im Vorprogramm zu spielen.

Schließlich formierten sie sich im November 1995 unter dem Namen "Wohlstandskinder" zu einer festen Band. Sie waren bereit den Weltruhm zu empfangen, und fest davon überzeugt, den Lehrern bald die Entschuldigungen auf Autogrammkarten zu schreiben. Also wagten die Vier den großen Schritt raus aus dem Probekeller, hinein in die weite Welt des Musikbusiness, die sich zunächst bis zum Kleineichener Postamt erstreckte.
Von dort wurden selbstaufgenommene Demotapes an sämtliche Labels geschickt, die man hatte ausfindigmachen können. Und ein Sprichwort wurde wahr: Ein blindes Korn fand ein Huhn und gleich zwei Labels gaben Antwort:
Day Glo Records aus Köln schickten W$K Anfang 1996 für ein Wochenende in ein professionelles Studio, um zwei Stücke für den labeleigenen Sampler "Partisanen 3" aufzunehmen, der im April 1996 mit namhaften Bands wie den Toten Hosen, WIZO oder Ton Steine Scherben, auf den Markt kam.
Gleichzeitig wurde eines der beiden Stücke auf dem "Vitaminepillen-Sampler 5" des deutsch/niederländischen Labels Vitaminepillen veröffentlicht.

Durch den erfolgreichen Verkauf ihrer Demotapes und die über die Samplerbeiträge entstandenen Kontakte, häuften sich die Konzerte der Wohlstandskinder, und führten sie sogar aus den heimatlichen Gefilden hinaus.
Auch wenn die ersten Gigs in der damals noch weniger ehemaligen DDR eine hartes Training auf dem Weg zum Rockolymp waren (Nach zehn Stunden Autofahrt um 2.30 Nachts auftreten und anschließend zu viert in einem Jetta pennen), ließen sich die jungen Musiker dennoch nicht unterkriegen und spielten sich für Spritgeld, einen Kasten Bier und ihre unerschütterlichen Ziele den Arsch ab.

Während die Zusammenarbeit mit Day Glo in dieser Zeit langsam einschlief, waren Vitaminepillen um so mehr daran interessiert, eine seven inch Single mit W$K zu produzieren. An einem Wochenende wurden 20 Stücke in einem benachbarten Kellerstudio aufgenommen, und als die Vita-Bosse das Material ihrer neuen Schützlinge zu Ohren bekamen, beschlossen sie, gleich ein ganzes Album zu veröffentlichen. So kam es also, dass im Januar 1997 das Debüt "Für Recht und Ordnung" auf dem Markt erschien.
Kaum war dies geschehen, packte die Band der Ehrgeiz ein weiteres Album aufzunehmen. Ob es die Freude am Komponieren, Langeweile oder pure Geldgier war, bleibt bis heute unklar. Wahrscheinlicher aber ist, dass die Band das etwas in Eile aufgenommene Debüt mit einem zweiten Streich liebevoll untermalen wollte, und die Weiterentwicklung in diesen wenigen Monaten geradezu nach einer neuen Veröffentlichung schrie.

In drei Wochen Arbeit im selben Studio mit Sven Neumann an der Technik, entstand daraufhin im Sommer das Album "Poppxapank" mit 19 neuen Stücken, das im September 1997 veröffentlicht wurde. Erstmals wurde hier mit dem Saxophonisten Sven auch ein Gastmusiker eingeladen, der neben einigen anderen Zusatzinstrumenten, den Sound der Wohlstandskinder verfeinerte.
Mit dem zweiten Album erlangte die junge Band nicht nur in der Punk- und Skaszene Aufmerksamkeit, denn auch dem weniger szeneorientierten Publikum gefiel der Sound der Wohlstandskinder, und so stiegen die Verkaufs - und Besucherzahlen deutlich an.
Eine gemeinsame Tour mit den Bandkolleginnen und Kollegen von "Bambix" aus den Niederlanden folgte, auf denen die vier Jungs nicht nur ihre Jägermeister-Tauglichkeit vor den drei Holländern unter Beweis stellen mussten, sondern auch Gelegenheit bekamen, ihre Live-Qualitäten vor einer größeren Zuhörerschaft zu präsentieren.
In vielen weiteren Einzelkonzerten sammelten sie Erfahrung, ortsansässige Biermarken und Telefonnummern von arglosen Mädchen, während sie bald fast jede Raststätte auf deutschen Autobahnen mit Namen kannten.
1998 ging die Band erneut ins Studio, um einen Vorgeschmack auf das im darauffolgenden Jahr erscheinende Album zu bieten. Es wurde eine Single mit zwei Cover- und zwei eigenen Songs aufgenommen. Durch die Ende der Neunziger beginnende Retro-Mode wurde die Platte kurzerhand "Die 90er waren zum recyclen da" getauft.
Der A-HA-Hit "Take on me" wurde unteranderem auf dem Chartbusters-Sampler 3 veröffentlicht, durch den niemand Geringeres als George A. Romero himself (Die Nacht der lebenden Toten) auf die Band aufmerksam wurde und daraufhin das Stück für seinen neusten Film verwendete.

Man hatte also eine neue Veröffentlichung im Gepäck, und damit auch genügend Gründe auf der "Vitatour" mit befreundeten Bands die Tage zu verschlafen, die Abende zu spielen und die Nächte im angemieteten Nightliner durchzumachen.

Im Herbst des gleichen Jahres lernten die Vier die Berliner Band "Terrorgruppe" kennen, die sie auf zwei Konzerten in Bremerhaven und Köln begleiteten. Trotz der vielen Gigs, die sie mittlerweile auch in die Niederlande und die Schweiz führten, fanden W$K dennoch die Zeit, unaufhörlich an neuen Stücken zu schreiben, wann immer sie zu Hause waren. Und so entstand langsam aber sicher die dritte Platte der Wohlstandskinder.
Die Band zog ihre Schlüsse aus dem bislang Erlebten: Die immer höher werdende Gagen, die größeren Läden und natürlich nicht zu letzt die vielen, vielen gutaussehenden Groupies, verlangten nach einem entscheidenden Schritt in der Karriere der Band.
Für das kommende Album krönten sich die vier Kinder selbst zu Rockstars und nannten sich fortan HONOLULU SILVER, TÜRK TRAVOLTA, DON LUDGER DE LA CARDENEO und HERR NEIDHARDT.

Um ihrer Metamorphose den passenden Beigeschmack zu geben, wurde die neue Platte "Delikatessen 500 SL" genannt und mit einer eleganten Rose auf dem Cover verziert.
Die Jahre der Weiterentwicklung hatten nicht nur den Stil des neuen Werkes geprägt, das mit vielen Ska- und Reggaeeinflüssen wohl als das poppigste Album der Kinder gelten mag, sondern auch ein weiteres Instrument in den Kreis der Vertrauten eingeführt. Honolulu Silver trug nun endlich auch einen schicken Nietengürtel (an dem nebenbei erwähnt auch noch eine Gitarre hing), so dass nicht nur die Platte, sondern auch die folgenden Live-Auftritte durch die erweiterte Gitarrenwand geprägt wurden.
Aufgenommen wurden die 14 Delikatessen im Master Music Studio in Aachen. Unterstützung durch Saxophon und Trompete erhielten die Rocksternchen hierbei von Uli von "D. Sailors" und Guido von "Scrooge".
Nachdem das Werk im Frühling 1999 vorgestellt worden war, durchfuhr die Band ein ähnlicher Anflug von Ehrgeiz wie nach ihrem Debütalbum. Trotz Open Air-Festivals im Sommer und einer ausgedehnten Tour im Herbst, waren sie fest entschlossen, schon im Dezember des selben Jahres erneut ins Studio zu gehen. 16 Stücke sollten den vierten Longplayer der Wohlstandskinder bilden, der wieder in der "Klangfabrique" unter der Leitung von Sven Neumann aufgenommen wurde. Das Werk wurde "En Garde" betitelt und in fesches Leopardenfell gehüllt.
Denn nachdem ihnen auf ihren langen Fahrten in Bad Nauheim Elvis Presley erschienen war, hatten die Vier den Glam und Glimmer des "Provinzrocks" entdeckt.

Von ihrem großen Mentor beauftragt, machten sie es sich von nun an zur Aufgabe, eben diesen salonfähig zu machen und irgendwann im Palace in Las Vegas aufzutreten.
Im März 2000 wurde "En Garde" veröffentlicht und somit der Startschuss für ihre heilige Mission gegeben. Etliche Städte, Käffer und namenlose Siedlungen im Niemandsland wurden bekehrt. Tatkräftige Unterstützung bekam die Band unteranderem von ihren Labelkollegen D-Sailors, Tagtraum, Bambix und Skin of Tears auf der zweiten Vitatour.

Da die vier Wohlstandsinder bei dieser Gelegenheit merkten, dass sie in Nightlinern ideal ihre Rockstarallüren ausleben konnten, ohne dafür selber bezahlen zu müssen, zogen sie im Mai in den der Terrorgruppe ein und feierten weiter.
10 Tage waren sie mit den Berliner Herren unterwegs und genossen das zwielichte Treiben auf der Reeperbahn und die frische Luft der Alpen. Der Sommer brachte Festivals, der Winter eine Weihnachtstour und schon war das Jahr wieder um.
Im Februar 2001 wurde ein Konzertmitschnitt in ihrer Heimatstadt gedreht, aus dem ein Feature über die Band geschnitten wurde. Zugleich war dieser Auftritt der Beginn der bislang längsten Tour der Kinder. Von Mitte Februar bis Anfang April waren sie in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs und spielten fast jeden Abend, jedoch fast nie mit der Unterstützung der eigens engagierten Supportband "Kindakacke", die sich regelmäßig schon vor dem Auftritt spielunfähig gesoffen hatte. Flensburg, Berlin, München, Bern, Graz, Wien und andere schöne Städte lagen auf ihrer Route und erlaubten den vier Provinzrockern eine ausgefallene Leidenschaft fürs Sightseeing zu entwickeln.

Nach einer kleinen Erholungspause, die genutzt wurde, um neue Songs zu schreiben, ging es Ende Juli 2001 wieder ins Studio. Diesmal in die ATM Studios in Köln, wo sie ein weiteres Mal "Wie ein Stern" und zwei neue, exklusive Stücke für eine neue Single aufnahmen. Eine Woche später wurde das Video zu "Wie ein Stern" im "Planet Nippes" in Köln unter der Leitung von Sebastian Stahl gedreht, der auch schon das Feature im Februar produziert hatte. Dieses findet sich als zusätzlicher Leckerbissen auf der Single! Im November nahmen die Wohlstandskinder ihr neues Album "Baby, Blau!" auf, das seit Mai 2002 in den Läden steht und mit einer großartigen ausverkauften Releaseparty im Kölner Underground begossen wurde. Diese wurde auch zum Anlass für das Universal-Label Mercury-Island, den Jungs den Sprung in die Oberliga des Rockbusiness zu ermöglichen und den längst überfälligen Wechsel zu einem Major-Label zu besiegeln. Nachdem sich die Jungs auf vielen Einzelkonzerten warm gespielt hatten, fand im September die "Baby, Live!"-Tour in allen Ecken Deutschlands statt. Im Oktober war das Kölner Underground zum zweiten Mal in diesem Jahr völlig ausverkauft. Zum Jahresabschluss 2002 gab's wie im Vorjahr einen Ausflug in die Schweiz, der wiederum vor allem auf eine große Party u.a. mit den Toxic Guineapigs und den D-Sailors war!

Anfang Januar 2003 steckten W$K eigentlich schon mitten in den Vorbereitungen zu ihrem sechsten Studioalbum, unterbrachen diese jedoch, um die Kanadier Sum 41 bei drei ausverkauften Shows zu begleiten. Gerade von diesem Ausflug zurückgekehrt, erreichte die Jungs die Hiobsbotschaft, dass Universal ihr Sublabel Island-Mercury aufgelöst hatte. Einige Tage war unklar, ob die Band nun noch den Plattenvertrag behalten würde, doch bald kam die Zusage, dass sie wie geplant ins Studio gehen können würden. Die folgenden Monate wurden dann komplett der Produktion von "Dezibelkarate" gewidmet. Dafür nahm sich die Band die längste Konzertpause seit ihrer Gründung: Ganze 3 Monate stand sie auf keiner Bühne! Dank Majordeal war zum ersten Mal die Zusammenarbeit mit einem Produzenten möglich. Unter zahlreichen Aspiraten wurde der Indirock-Guru Olaf Opal nominiert, der damit sein Bedürfnis nach einer lauteren Produktion befriedigen konnte. Im malerischen Bochum-Langendreer wurde bei der Produktion mehr getrunken denn je, und dabei entstand eine erheblich ausgereiftere Platte, als je zuvor.

Durch die Umstrukturierungen im Hause Universal und die ungewohnte Zusammenarbeit mit einem Major dauerten die organisatorischen Vorbereitungen zur Veröffentlichung nun allerdings noch recht lange. Mittlerweile war dann auch schon die Festivalsaison 2003 angebrochen und die Band genoss eine Reihe von entspannten Open Airs und Clubgigs und ließ es sich gut gehen. Ursprünglich war der Veröffentlichungstermin für Anfang Oktober anberaumt worden, doch dieser Zeitpunkt musste nach all zu schleppend vorwärts kommenden Promovorbereitungen verschoben werden, und, um nicht in das üblicherweise von Veröffentlichungen übeladende Weihnachtsgeschäft zu geraten, auf Anfang Januar gelegt. Trotzdem begann die geplante Konzertreise zur Veröffentlichung ab Anfang Oktober. Die Releaseparty sollte zusammen mit den alten Freunden Schrottgrenze und D-Sailors statt finden. Und selbst ohne neue Platte wurde die Band mit einer mit 800 Zuschauern ausverkauften Live Music Hall in Köln belohnt.

Im November wurde es dann endlich richtig turbulent: Die nun vorgeschobene Single erschien, die mit weiteren Stücken zur EP aufgewertet worden war und zusätzlich das erste amtliche Musikvideo der Band zum Titeltrack "Kein Radiosong" erhielt, das kurz zuvor in der von fleißiger Landwirtschaft und Viehzucht geprägten Peripherie von Berlin gedreht worden war. Zeitgleich zum ersten, kleineren Teil der 'Dezibelkarate-Tour 2003/2004' Mitte November geschah dann das Unglaubliche: Erst besuchte ein Team von BRAVO TV die Kinder daheim in Caddys Bude, ne Woche später wurden The Wohlstandskinder als Hit Tipp auf Seite 3 der BRAVO angepriesen. Und durch einen halbseidenen Deal mit Viva TV lief das Video zur Single drei Wochen lang täglich zwei Mal in der heavy rotation. Damit hatte die Band also erfolgreich alle Disziplinen des Szeneverrats und kommerziellen Ausverkaufs absolviert, entsprechend wurde mit viel Herzblut eine wilde Diskussion über die 'plötzliche Verwandlung' der Band im Fankreis geführt. Weil die Besucher der laufenden Tour jedoch erstaunt feststellen durften, dass sich die Livekonzerte der Band überhaupt gar nicht von den vorhergehenden unterschieden, ebte diese leidliche Diskussion auch bald wieder ab. Unter anderem spielte die Band auf dieser Tour in Karlsruhe kurzfristig ein Benefizkonzert für ihren treuen Edelfan Synthex, dem zuvor die Wohnung ausgebrannt war. Bemerkenswert war auch die exklusive Show vor 50 eingeladenen harten Fans im Kölner Palladium, die durch ein von Viva organisierten Kongress zur Lage der Musikindustrie ermöglicht worden war. Vor einer weiteren Tourpause über den Jahreswechsel gab es noch einen doppelten Jahresabschluss: Von den Wiener Lokalhelden 'HEINZ' wurden die Wohlstandskinder zu deren Heimspiel als Vorgruppe angeheuert. Und am 13.12.2003 nahm der legendäre WDR Rockpalast eine Show im Kölner Underground auf, der dann Anfang Februar 2004 ausgestrahlt wurde.

Ende Januar fand dann endlich die schon lange fällige Veröffenltichung von "Dezibelkarate" statt und direkt am Folgetag begann die dazu gehörige Tour durch 15 Städte. Zum ersten Mal funktionierten auch die sonst undankbaren Dienstag- und Mittwochtermine. Doch wer die Tourabschnitte früh in der Woche beginnt, dem wird am Ende die Puste flach - nach Tourhighlights wie dem alljährlichen Konzert in München musste die Band in Ulm schon ganz ganz tief Atem holen, um nochmal auf die Bühne zu steigen... Während der Tour kam dann der Anruf, dass die Kinder als Vorgruppe für The Offspring angenommen worden waren - dummerweise an Terminen, an denen sie schon eigene Konzerte gebucht hatten. Um sich diese Gelegenheit trotzdem nicht entgehen zu lassen, wurde beschlossen, an einem Tag zwei Konzerte zu spielen: Erst zum Soundcheck nach Karlsruhe, dann mit Minimalausrüstung und der halben Crew nach Offenbach, wo die Band über die Verstärker der Horrorpops ein dreissigminütiges Programm abriss, um 12 Minuten später wieder im Bus zu sitzen, und mit Vollgas zurück nach Karlsruhe zu hetzen, um pünktlich um kurz nach 22.00 dort auf der Bühne zu stehen - das Glück spielte mit, und der gewagte Plan gelang, sehr zur Erleichterung des Veranstalters in Karlsruhe, der schon eine entschuldigende Rede vorbereitet hatte, um zu erklären, warum The Wohlstandskinder leider nicht auftreten würden.

Schon seit der Herbstour 2003 hatte die Band häufiger befreundete Bands als Vorgruppen engagiert, und sich damit den Traum erfüllt, immer die besten Kumpels mit auf Tour zu nehmen und die musikalische Qualität der Abende besser in der Hand zu haben. Gern gesehene Gäste waren etwa Schrottgrenze aus Hamburg, die D-Sailors aus Jülich, oder die Kapelle Petra aus Hamm.

Eine überstrapazierende Route von Leipzig nach Graz, die es am 1. April zu meistern galt, brachte der Band die erste eigenfinanzierte Reise in einem Nightliner und eine mondäne Geburtstagsfeier für Bassist Raki ein. Am nächsten Tag war die 'Szene' in Wien schon im Vorverkauf ausverkauft, Österreich entwickelte sich zu einem sehr dankbaren Pflaster für die Kinder. Die Festivalsaison 2004 begann frostig und nass, dafür mit lustigen Höhepunkten, wie etwa dem Hafenfest in Hamburg, bei dem The Kinder vor Doro Pesch auftraten...

Im Mai beging das erste Crewmitglied der Band, Kindermädchen Kai, seinen 30. Geburtstag, und zu diesem Anlass spielte die Band einen winzigen Kneipengig in Siegen, für den sie nur als 'Tobbes Carrera und seine Dezibällchen' angekündigt wurde. Am 17. Juli kehrte die Band dann zu ihren Ursprüngen zurück - mit vereinten Kräften hatte die Rockerjugend Overath ein Open Air Festival auf die Beine gestellt, das auf dem Schulhof stattfand, auf dem die Band 10 Jahre zuvor an den ersten Gehversuchen gescheitert war. Denkwürdige Auftritte brachten weitere Festivals wie das 'Oben Ohne Open Air' in München, oder das Taubertalfestival, bei denen die Rockstarallüren der Band kein Blatt vor den Mund nehmen mussten... Nach über einem Jahr Pause, den sich die Band gegönnt hatte, entstanden in diesem Sommer wieder einige neue Lieder, als erster Schritt in Richtung siebte Studioplatte. Den Abschluss des Sommers und einen weiteren Geburtstag feierte die Band gebührend, und wieder in Österreich - für 3 Tage mieteten sie sich im Backstagebereich des 'Wiesen'-Festivals bei Wien ein, und feierten, abgesehen von sich selbst, Velvet Revolver, Franz Ferdinand und Muse ab. Von dort aus ging es weiter zum ersten Auftritt der Band in Italien, und dann noch in die Schweiz, um die 3 Tage - 3 Länder- Tour zu vervollständigen.

Nach einem Monat Pause startete die Band erneut und mit einem gründlich überarbeiteten Liveset auf ihre 10. zusammenhängende Tour, die durch 23 Städte im deutschsprachigen Raum führte, wiederum im Nightliner, den sich die Band mit ihren Vorgruppen Schrottgrenze und Jugendstil teilte.

Die Wintermonate des Jahreswechsels 2004/2006 über schrieb die Band neue Stücke, Rakis Examensarbeit brachte eine Zwangspause für die Liveaktivitäten mit sich. An Karneval wurde ein Demo eingespielt, mit dem sich die Band auf die Suche nach einer neue stilistischen Richtung begab. Diese Suche war letztlich nicht erfolgreich und führte zur Auflösung der Band - einzig das Stück 'Und mehr noch' von diesem Demo wurde später auf DVD veröffentlicht. Das Hauptaugenmerk lag nun allerdings erst einmal bei der Produktion eines lange ersehnten und geplanten Livealbums, das die Band in Eigenregie aufnahm.

Im März 2006 startete die größte zusammenhängende Tour der Bandgeschichte, die die Kinder wieder in alle Richtung des deutschsprachigen Raums brachte. Dabei schnitt der langjährige Livemischer Martin Bachner alle 25 Shows auf Festplatte mit, die anschließend in Kooperation mit dem Studiopartner bei fast allen Platten Sven Neumann abgemischt wurden. Parallel dazu fing ein Kamerateam aus Aschaffenburg an, Aufnahmen für eine umfassende DVD über die zehnjährige Bandgeschichte zu sammeln, die Shows in Düsseldorf und Frankfurt wurden gefilmt, später auch noch ein Festivalauftritt in Ansbach.

Die Sommermonate waren vor allem von wöchtenlichen Ausflügen nach Österreich geprägt, wo die Nachfrage nach Auftritten der Kinder gerade boomte. Die sich abzeichnenden Uneinigkeiten beim Schreiben neuer Songs führten gegen Ende des Sommers schließlich dazu, dass Honolulu Silver seinen Austritt aus der Band und damit deren Auflösung beschloss.

Nach einer letzten Live-Pause, in der noch fleißig am Livealbum und intensiv an der Doppel-DVD gearbeitet wurde, damit beide pünktlich zum 10. Geburtstag der Band im November 2005 fertig wurden, ging es dann im Dezember für 11 Termine auf Abschlusstour durch ausgewählte Städte Deutschlands. Das große Finale gab es am 17.12.2005 in der Kölner Live Music Hall - und damit das größte und längste Konzert, dass The Wohlstandskinder als Headliner jemals gespielt haben.

Postmortem wurde 2006 das gesuchte Debutalbum 'Für Recht und Ordnung' wiederveröffentlicht, zusammen mit 4 parodistischen Stücken, die die Band 2001 unter dem Pseudonym 'Kindakacke' aufgenommen und herausgebracht hatte.

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